EIN BESONDERES, NIE GUT ZU MACHENDES UNGLÜCK Robert Estermann

Opening Samstag  29.08.2026 11.00 – 18.00 Uhr (https://www.kunsthoch-luzern.ch); Ausstellung bis am 26.09.2026

Der Titel ein besonderes, nie gut zu machendes Unglück stammt aus Franz Kafkas Kinder auf der Landstraße, einer Erzählung, in der auf die bange Frage, ob nun alles verloren sei, der lapidare Satz folgt: „Nichts war verloren. Wir liefen vor das Haus.“ Zwischen Dorf, Landstraße und der fernen Stadt der schlaflosen Narren geraten bei Kafka Zugehörigkeit, Zeit und Identität im Laufen selbst ins Rutschen; was eben noch fest schien, wird vorläufig. Darin liegt auch ein queeres Wissen: Was etwas ist, muss nicht feststehen, damit es Kontur gewinnt.

In Robert Estermanns neuer Skulptur Scrub the same spot long enough and a mouth will emerge, then an entire citizen wird ein Edelstahlpoller über Stunden hinweg tausendfach an derselben Stelle geschrubbt, bis aus der verletzten Oberfläche etwas hervortritt, das einem Mund ähnelt. Durch exzessive Wiederholung beginnt eine Figur zu entstehen – und mit ihr die Möglichkeit eines Körpers, einer Stimme, eines Bürgers.

Auch in den weiteren neu entstandenen, erstmals gezeigten Arbeiten geraten Dinge in Situationen, in denen ihre Kontur deutlicher und ihre Bestimmung zugleich unsicherer wird.

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