SMALLTOWN BOY Marco Heinrich Schürpf
Opening 15.01.2026 von 18.00 –22.00 Uhr
mit Live Set from DJ Knuff & Cover Release Party _957 #189_Smalltown Boy
Öffnungszeiten:
16.&17.01. 2026 von 14.00 – 17.00 Uhr
(the artist will be present)
18. 01. 2026: on appointment: marco.schuerpf@outlook.de
Die Soloausstellung und das damit einhergehende Artistzine _957 mit dem Titel „Smalltown Boy” kreisen um Fragen von Herkunft, sozialen Erwartungen und emotionaler Verfügbarkeit. Der aus einem Popsong der 1980er-Jahre entlehnte Titel verweist sinnbildlich auf das Aufwachsen in kleinstädtischen und peripheren Räumen, also an Orten, an denen Orientierung früh eingefordert wird, aber zugleich brüchig bleibt. Herkunft erscheint hier weniger als Erzählung denn als Spannungsfeld zwischen Zugehörigkeit und dem Bedürfnis, sich davon zu lösen. Im Zentrum der Ausstellung stehen Übergänge: zwischen Generationen, zwischen Selbst- und Fremdbild sowie zwischen Hoffnung und Perspektivlosigkeit. Diese Übergänge werden nicht als Entwicklung oder Befreiung verstanden, sondern als andauernde und sich wiederholende Zustände. Sie markieren kein Davor und Danach, sondern ein dauerhaftes Dazwischen. Männlichkeit fungiert dabei als strukturierendes, jedoch nicht festgeschriebenes Element, das weitergegeben, verzerrt, unterbrochen und immer wieder neu verhandelt wird. Über unterschiedliche mediale Setzungen hinweg folgen die Arbeiten einem genauen, fragilen und zugleich scharf gesetzten Blick auf den Aussenraum und die eigene Umgebung. Das Alltägliche bildet den Ausgangspunkt, ohne dabei naturalistisch gelesen zu werden. Aus beiläufigen Situationen, räumlichen Konstellationen und wiederkehrenden Motiven entwickeln sich Bilder und Strukturen mit symbolischer Qualität. Diese bleiben offen und entziehen sich eindeutigen Zuschreibungen. Wiederholung und Bruch erzeugen dabei ein Geflecht aus Nähe und Distanz. „Smalltown Boy” interessiert sich für das Unausgesprochene, für Formen emotionaler Zurückhaltung sowie für Haltungen und Bilder, die weitergegeben werden, ohne benannt zu werden. Die Ausstellung bewegt sich in einem Spannungsfeld aus Verletzbarkeit, Abwehr und Kontrolle. Sie bietet keine Auflösung an, sondern hält Widersprüche aus – als etwas Persönliches, das zugleich strukturell wirksam ist.